Rap zu kategorisieren ist wie rappen: Man muss viele Worte bemühen – und dabei möglichst mühelos erscheinen. Während Pressetexte an dieser Hürde meist scheitern, nimmt Pay No Attention sie gelassen – mit dem Selbstverständnis von Rap-Aktivisten, deren Ding es niemals war, die Leute auf Kommando hüpfen oder die Hände schütteln zu lasen. Pay No Attention, das sind Misanthrop und Azabeats. Sie kommen aus München und Würzburg, schultern gemeinsam mehrere Dekaden Hip Hop und machen sich in diesem Underground als Randgruppe schmal. Ihr von 2010 bis 2015 geführtes Label Postrap fungierte einst als Sammelbecken von und für Sonderlinge, denen das klassische Rap-Ding zu eng, zu stirnig und zu stiernackig war. Dabei machen sie Rap und nix anderes – und das nicht mal anders. Nur eben so, wie er sein soll. Als Musik, die begreift und bewegt, mit Verstand und Verständnis, Inhalt und Tiefe, Herz und Hirn.